Wirtschaft muss
allen gehören

Uwe Krause

Wirtschaft

Zukunfts- Vision

Die Neugestaltung der Wirtschaft:

Jenseits von Profit und Mangel in einer Welt ohne Geld

Wenn das Geld als zentrales Tauschmittel und Antriebsfeder verschwindet, muss sich die gesamte Wirtschaft neu erfinden. Was bedeutet Wirtschaft überhaupt, wenn es keinen Preis mehr für Waren und Dienstleistungen gibt, keine Märkte im heutigen Sinne und keine Investitionen, die sich monetär „rechnen“ müssen? Die Antwort ist eine radikale Verschiebung von einem auf Profit und Akkumulation ausgerichteten System zu einer ressourcenbasierten, bedürfnisorientierten und kooperativen Ökonomie.

Abschied von den alten Paradigmen:

Knappheit als Mythos

Knappheit als Mythos

Die traditionelle Ökonomie basiert auf dem Prinzip der Knappheit. Güter und Dienstleistungen sind begrenzt, und Geld ist das Mittel, um diese Knappheit zu verwalten und zu verteilen. Doch in einer Welt, in der Technologie und Automatisierung die Produktion in ungeahnte Höhen treiben können, wird der Mythos der Knappheit immer mehr entlarvt. Viele „Engpässe“ sind künstlich erzeugt oder durch ineffiziente Verteilungssysteme bedingt, die dem Geldsystem inhärent sind.

In einer post-monetären Wirtschaft würden wir uns von diesen falschen Annahmen lösen:

    • Von Knappheit zu Überfluss: Die primäre Aufgabe der Wirtschaft wäre es, den vorhandenen Überfluss an Ressourcen und Produktionskapazitäten effizient und nachhaltig zu managen, um die Bedürfnisse aller zu decken.
    • Von Wettbewerb zu Kooperation: Statt Unternehmen, die um Marktanteile und Gewinne konkurrieren, gäbe es Organisationen und Netzwerke, die kooperieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen und Ressourcen zu optimieren.
    • Von Wachstum um des Wachstums willen zu Nachhaltigkeit: Der Zwang zu ständigem Wirtschaftswachstum, der das Geldsystem antreibt und oft zulasten der Umwelt geht, würde wegfallen. Die Nachhaltigkeit und Regeneration des Planeten würden zu obersten Prioritäten.

Säulen einer neuen Wirtschaft:

Transparenz, Vernetzung und Bedarfsorientierung

Wie würde eine solche Wirtschaft konkret funktionieren? Sie würde auf mehreren fundamentalen Säulen ruhen:

    1. Globale Ressourcen-Inventur und -Management:
      1. Echtzeit-Datenbanken: Eine umfassende, globale und ständig aktualisierte Datenbank über alle verfügbaren natürlichen Ressourcen, Produktionskapazitäten und menschlichen Fähigkeiten. Diese Daten wären transparent für alle einsehbar.
      2. KI-gesteuerte Bedarfsprognosen: Intelligente Systeme würden kontinuierlich den globalen und lokalen Bedarf an Gütern und Dienstleistungen analysieren und vorhersagen, basierend auf Bevölkerung, Lebensstil und Umweltfaktoren.
      3. Optimierte Verteilung und Logistik: Hochentwickelte Logistiknetzwerke, möglicherweise autonom betrieben, würden sicherstellen, dass die benötigten Ressourcen und Produkte effizient und ohne Verschwendung dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.
    2. Dezentrale, adaptive Produktion:
      1. Lokale Fertigungszentren: Der Trend zur lokalen Produktion würde massiv verstärkt. 3D-Druck, modulare Fertigung und lokale Produktionshub könnten Güter bedarfsgerecht und ressourcenschonend herstellen.
      2. Open Source Design und Blaupausen: Produkt-Designs und Baupläne wären frei zugänglich. Jeder könnte Produkte herstellen oder verbessern. Innovation wäre nicht mehr auf einzelne Unternehmen beschränkt.
      3. Kreislaufwirtschaft im Kern: Produkte wären von vornherein auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und vollständige Wiederverwertbarkeit ausgelegt. Abfall wäre ein Designfehler, nicht ein Nebenprodukt.
    3. Wissens- und Innovationsökonomie:
      1. Freier Wissensaustausch: Alle Forschungsergebnisse, wissenschaftlichen Entdeckungen und technologischen Innovationen wären sofort für alle verfügbar. Patente und Urheberrechte, die heute den Wissensfluss bremsen, wären obsolet.
      2. Kollaborative Forschung: Wissenschaftler und Ingenieure weltweit könnten ohne finanzielle Barrieren in Großprojekten zusammenarbeiten, um die dringendsten globalen Probleme zu lösen.
      3. Fokus auf das Gemeinwohl: Forschung würde nicht primär von kommerziellen Interessen, sondern von dem Wunsch nach Verbesserung der Lebensbedingungen und der Bewahrung des Planeten geleitet.
    4. Infrastruktur als Gemeingut:
      1. Energieerzeugung, Transportnetze, Kommunikationssysteme – all das würde als Gemeingut betrachtet und von der Gemeinschaft betrieben und gewartet, um allen Menschen Zugang zu ermöglichen. Es gäbe keine privaten Anbieter, die Profite aus essenziellen Dienstleistungen schlagen.

Governance und Entscheidungsfindung:
Eine neue Form der Demokratie

Eine so komplexe Wirtschaft erfordert eine ausgeklügelte Governance. Dies wäre keine zentrale Planwirtschaft im traditionellen Sinne, sondern eher eine dezentrale, vernetzte und datengetriebene Koordination:

    • Partizipative Entscheidungsfindung: Bürger könnten über digitale Plattformen an Entscheidungen über Ressourcenallokation, große Infrastrukturprojekte und Produktionsziele mitwirken. Liquid Democracy oder deliberative Ansätze könnten hier greifen.
    • Expertengremien und Forschungsinstitute: Unabhängige Expertengremien würden Analysen und Empfehlungen basierend auf den umfassenden Daten bereitstellen, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
    • Regionale Autonomie in einem globalen Rahmen: Regionale Gemeinschaften könnten ihre eigenen spezifischen Bedürfnisse und Präferenzen berücksichtigen, während sie gleichzeitig in ein globales System der Ressourcenverteilung eingebunden sind.

Die Vorteile: Eine blühende und gerechte Welt

Die Umgestaltung der Wirtschaft von einem Geldsystem zu einem ressourcenbasierten Modell hätte immense Vorteile:

    • Vollständige Deckung der Grundbedürfnisse: Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Bildung, Gesundheitsversorgung – all das wäre für jeden Menschen frei zugänglich.
    • Eliminierung von Armut und Ungleichheit: Die Wurzeln der sozialen Ungleichheit, die im Besitz und der Verteilung von Geld liegen, wären beseitigt.
    • Radikale Nachhaltigkeit: Ohne den Wachstumszwang des Geldes könnten alle Produktionsprozesse auf maximale Effizienz und minimale Umweltbelastung optimiert werden.
    • Frieden und Kooperation: Viele Konflikte haben ökonomische Ursachen. Eine Wirtschaft, die auf Kooperation und Verteilung basiert, würde die Grundlage für globalen Frieden stärken.
    • Fokus auf den Menschen: Die „Ökonomie“ würde wieder zu dem, was sie ursprünglich sein sollte: Die kluge Verwaltung des Hauses (oikos), zum Wohle seiner Bewohner. Der Mensch wäre nicht mehr Mittel zum Zweck der Wirtschaft, sondern ihr eigentlicher Sinn.

Die Neugestaltung der Wirtschaft ist keine einfache Aufgabe, aber sie ist die logische und notwendige Konsequenz der Befreiung vom Geld. Sie verspricht eine Zukunft, in der unser Planet und seine Bewohner gedeihen können, frei von Mangel, Ungleichheit und dem ständigen Druck, mehr zu haben. Es ist die Vision einer wahren Menschheitswirtschaft, die dem Leben dient.

Ein Artikel, von mehreren zum Thema Befreiung vom Geld.

Wir brauchen eine Vision, in der es allen Menschen gut geht. Wir erwirtschaften genug für alle, doch der Wohlstand kommt nur wenigen zugute, während es immer mehr Menschen schlechter geht. In Zukunft werde ich weitere Artikel zu diesem Thema veröffentlichen – ergänzt durch einen passenden Song. 🎵

Den Song 🎵 zu diesem Artikel findest du hier: Zur Songseite

Alle Artikel findest du unter dem Menüpunkt Zukunft fair gestalten