Kapitalismus
erzeugt Egoismus

Uwe Krause

Egoismus

Zukunfts- Vision

Kapitalismus

Der Kapitalismus – das dominante Wirtschaftssystem unserer Zeit – wird oft als Garant für Freiheit, Innovation und Wohlstand gefeiert. Doch bei genauerer Betrachtung offenbart sich auch eine Schattenseite: Der Kapitalismus fördert systematisch egoistisches Verhalten. Doch warum ist das so? In diesem Artikel werfe ich einen kritischen Blick auf die inneren Mechanismen des Kapitalismus und wie sie das menschliche Verhalten beeinflussen.

Konkurrenz statt Kooperation

Im Zentrum des kapitalistischen Systems steht der Wettbewerb. Unternehmen konkurrieren um Marktanteile, Arbeitnehmer um Jobs und Konsumenten um knappe Güter. Dieser permanente Konkurrenzdruck führt dazu, dass sich der Einzelne gezwungen sieht, sich selbst durchzusetzen – oft auf Kosten anderer. Kooperation, Mitgefühl oder Solidarität werden zweitrangig, wenn es darum geht, „am Markt zu bestehen“.

Wer nicht mithält, verliert – und wer verliert, gilt als selbst schuld.

In einem solchen Umfeld ist es nicht nur normal, sondern notwendig, egoistisch zu handeln. Anderen zu helfen wird schnell zum „Risikofaktor“ im persönlichen oder wirtschaftlichen Fortkommen.

Erfolg wird individualisiert

Konkurrenz - Egoismus - Kapitalismus

Im Kapitalismus wird Erfolg als das Ergebnis individueller Leistung betrachtet. Wer reich ist, muss „hart gearbeitet“ haben. Wer arm ist, „hat sich nicht genug angestrengt“. Diese Logik ignoriert systematische Ungleichheiten – etwa bei Bildung, Herkunft oder Startkapital – und schafft eine Kultur, in der Eigeninteresse als moralisch gerechtfertigt gilt.

Das fördert ein Denken à la: „Ich habe es geschafft, also musst du das auch können.“ Empathie für die Lebensrealität anderer schwindet – der Blick richtet sich auf die eigene Leistung, den eigenen Fortschritt.

Konsum als Identität

Kapitalismus lebt vom Konsum. Nicht nur zur Bedürfnisbefriedigung, sondern zunehmend als Mittel zur Selbstdarstellung. Besitz wird zur Identität: Das neueste Smartphone, das teure Auto, die exklusive Kleidung. Wer nicht mithalten kann, gilt als „weniger wert“. Daraus entsteht ein gesellschaftlicher Druck, sich ständig selbst zu optimieren und mehr zu konsumieren – auch wenn es auf Kosten anderer oder der Umwelt geht.

Konsumorientierung stärkt egoistische Impulse: Ich will mehr – unabhängig davon, ob es notwendig oder fair ist.

Soziale Beziehungen werden ökonomisiert

Im Kapitalismus durchdringt die Marktlogik zunehmend auch zwischenmenschliche Beziehungen. Netzwerken wird wichtiger als Freundschaft, Partnerschaften werden nach ökonomischer Sicherheit bewertet, sogar Selfcare wird zum Produkt. Selbst Hilfsbereitschaft wird häufig im Kontext von „Nutzen“ betrachtet: „Was bringt mir das?“

Solidarität wird zur Ausnahme, strategisches Verhalten zur Norm. Das gesellschaftliche Klima wird kälter – weil der Wert des Menschen zunehmend an seinem ökonomischen Nutzen gemessen wird.

Systemzwang statt individuelle Schuld

Systemfehler - Egoismus

Es wäre zu einfach, den Egoismus im Kapitalismus nur auf individuelle Gier oder Charakterschwäche zu schieben. Vielmehr zwingt das System die Menschen in bestimmte Verhaltensweisen. Wer sich altruistisch verhält, läuft Gefahr, im Konkurrenzkampf unterzugehen. Egoismus wird nicht nur geduldet – er wird belohnt.

Die eigentliche Tragik liegt also nicht darin, dass Menschen egoistisch sind, sondern darin, dass ein System geschaffen wurde, das Egoismus belohnt und Mitmenschlichkeit als Schwäche erscheinen lässt.

Fazit: Ein System hinterfragen, nicht nur Menschen

Natürlich sind Menschen nicht automatisch egoistisch – aber sie reagieren auf ihre Umwelt. Der Kapitalismus schafft eine Struktur, in der egoistisches Verhalten rational, ja notwendig erscheint. Wer eine solidarischere, gerechtere Gesellschaft will, muss deshalb nicht nur das Verhalten Einzelner ändern, sondern das System, das dieses Verhalten produziert.

Eine Alternative zu denken, bedeutet nicht automatisch in Utopien zu verfallen – sondern den Mut zu haben, das Bestehende kritisch zu hinterfragen. Denn vielleicht ist es Zeit, ein Wirtschaftssystem zu entwerfen, das nicht Egoismus fördert, sondern Gemeinsinn.

Wir benötigen etwas Mut, wenn wir die Zukunft fair für alle gestalten möchten.

Ein Artikel, von mehreren zum Thema Befreiung vom Geld.

Wir brauchen eine Vision, in der es allen Menschen gut geht. Wir erwirtschaften genug für alle, doch der Wohlstand kommt nur wenigen zugute, während es immer mehr Menschen schlechter geht. In Zukunft werde ich weitere Artikel zu diesem Thema veröffentlichen – ergänzt durch einen passenden Song. 🎵

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